Montag, 14. September 2026 · 16:36 Uhr
Unkontrollierte Satellitenstürze: Kollektives Risiko für Menschen wächst
Die Zahl unkontrolliert abstürzender Satelliten hat sich versiebenfacht – das Verletzungsrisiko für Menschen am Boden steigt messbar.
Forscher des italienischen Nationalen Forschungsrats haben unkontrollierte Wiedereintritte von Raumfahrtobjekten zwischen 2010 und 2024 systematisch ausgewertet1. Das Ergebnis ist deutlich: Zwischen 2019 und 2024 stieg die Zahl solcher Ereignisse um den Faktor sieben, die Gesamtmasse der zurückkehrenden Objekte um den Faktor drei1. Für 2024 wurden mehr als 720 größere unkontrollierte Wiedereintritte mit rund 412 Tonnen zurückkehrender Masse verzeichnet1.
Die jährliche Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Mensch durch herabfallende Trümmer schwer verletzt oder getötet wird, lag dem Modell zufolge 2024 bei fünf bis zehn Prozent12. Für Einzelpersonen bleibt das individuelle Risiko dennoch sehr gering1. Das kollektive Risiko entsteht durch die schiere Anzahl der Ereignisse: Selbst winzig kleine Einzelwahrscheinlichkeiten summieren sich bei Hunderten von Ereignissen zu einer messbaren Gesamtwahrscheinlichkeit1.
Ursache des Anstiegs ist vor allem der rasante Ausbau großer Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit12. Die Europäische Weltraumagentur ESA warnt angesichts dieser Entwicklung vor den Folgen und fordert stärkere Maßnahmen2. Die Forschenden untersuchten auch, wie ein vollständiges Verglühen leichterer Objekte unter 300 Kilogramm das Risiko senken könnte1.