Zunehmende Bedrohungen von Wahlkandidaten verändern politische Teilhabe in England
Beleidigungen und Einschüchterungen gegenüber Kandidaten nehmen zu und schrecken besonders Frauen und Minderheiten von der Politik ab.
Die britische Wahlbehörde Electoral Commission hat in einem Bericht zu den diesjährigen Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in England einen deutlichen Anstieg von Missbrauch und Einschüchterung gegenüber Kandidatinnen und Kandidaten festgestellt1. Mehr als die Hälfte der Kandidierenden von Labour und der Partei Reform UK berichteten von Übergriffen1.
Besonders betroffen sind Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen mit Behinderungen, die überproportional häufig Ziel von Anfeindungen werden1. Die Wahlbehörde spricht von einem ernsthaften und wachsenden Problem, das die politische Beteiligung gefährde1.
Laut dem Bericht verändert die Bedrohungslage bereits das Verhalten der Kandidierenden, was als strukturelle Gefahr für die demokratische Repräsentation gewertet wird1. Kritiker fordern strengere Maßnahmen zum Schutz von Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkampf1.