Stand: Mi 16.09. · 06:31
Wissenschaft

Dienstag, 15. September 2026 · 16:54 Uhr

Erstmals Diplodocus-Fossilien außerhalb Nordamerikas in Spanien entdeckt

Paläontologen haben in Ostspanien Schwanzwirbel eines Diplodocus gefunden – der erste gesicherte Nachweis dieser Dinosauriergattung in Europa.

In der Pro­vinz Te­ruel im Osten Spa­ni­ens haben For­scher 14 gut er­hal­te­ne Schwanz­wir­bel sowie meh­re­re Che­vron­kno­chen aus­ge­gra­ben, die ein­deu­tig der Gat­tung Di­plo­do­cus zu­ge­ord­net wer­den1. Das Fos­sil ist rund 150 Mil­li­o­nen Jahre alt und stellt den ers­ten be­stä­tig­ten Fund die­ser Gat­tung au­ßer­halb Nord­ame­ri­kas dar2. Bis­lang gal­ten ge­si­cher­te Di­plo­do­cus-Funde als aus­schließ­li­ches Merk­mal der nord­ame­ri­ka­ni­schen Mor­ri­son-For­ma­ti­on1.

Ein Team der Fun­da­ción Con­jun­to Pa­le­o­n­toló­gi­co de Te­ruel-Dinó­po­lis un­ter­such­te die Kno­chen ana­to­misch und führ­te zwei un­ab­hän­gi­ge phy­lo­ge­ne­ti­sche Ana­ly­sen durch – eine auf Basis ma­xi­ma­ler Par­si­mo­nie, eine mit einem bayess­chen Ver­fah­ren1. Beide Me­tho­den ord­nen das spa­ni­sche Fos­sil in­ner­halb der Gat­tung Di­plo­do­cus ein und sehen es als nahen Ver­wand­ten von Di­plo­do­cus hal­lo­rum1. Die Über­ein­stim­mung bei­der Me­tho­den gilt als zu­sätz­li­che Be­stä­ti­gung der Zu­ord­nung1.

Cha­rak­te­ris­ti­sche Merk­ma­le wie luft­ge­füll­te Hohl­räu­me in den Wir­beln, tiefe Längs­fur­chen, ge­ga­bel­te Che­vron­kno­chen und lang­ge­streck­te Wir­bel­kör­per gren­zen den Fund ge­gen­über an­de­ren Sau­ro­po­den ab1. Der ent­deck­te Di­no­sau­ri­er war laut Be­rich­ten etwa 25 Meter lang2. Die For­scher wer­ten den Fund als Hin­weis auf einen Fau­ne­n­aus­tausch zwi­schen Nord­ame­ri­ka und Eu­r­o­pa über den frü­hen At­lan­tik1.