Dienstag, 15. September 2026 · 16:54 Uhr
Erstmals Diplodocus-Fossilien außerhalb Nordamerikas in Spanien entdeckt
Paläontologen haben in Ostspanien Schwanzwirbel eines Diplodocus gefunden – der erste gesicherte Nachweis dieser Dinosauriergattung in Europa.
In der Provinz Teruel im Osten Spaniens haben Forscher 14 gut erhaltene Schwanzwirbel sowie mehrere Chevronknochen ausgegraben, die eindeutig der Gattung Diplodocus zugeordnet werden1. Das Fossil ist rund 150 Millionen Jahre alt und stellt den ersten bestätigten Fund dieser Gattung außerhalb Nordamerikas dar2. Bislang galten gesicherte Diplodocus-Funde als ausschließliches Merkmal der nordamerikanischen Morrison-Formation1.
Ein Team der Fundación Conjunto Paleontológico de Teruel-Dinópolis untersuchte die Knochen anatomisch und führte zwei unabhängige phylogenetische Analysen durch – eine auf Basis maximaler Parsimonie, eine mit einem bayesschen Verfahren1. Beide Methoden ordnen das spanische Fossil innerhalb der Gattung Diplodocus ein und sehen es als nahen Verwandten von Diplodocus hallorum1. Die Übereinstimmung beider Methoden gilt als zusätzliche Bestätigung der Zuordnung1.
Charakteristische Merkmale wie luftgefüllte Hohlräume in den Wirbeln, tiefe Längsfurchen, gegabelte Chevronknochen und langgestreckte Wirbelkörper grenzen den Fund gegenüber anderen Sauropoden ab1. Der entdeckte Dinosaurier war laut Berichten etwa 25 Meter lang2. Die Forscher werten den Fund als Hinweis auf einen Faunenaustausch zwischen Nordamerika und Europa über den frühen Atlantik1.