Stand: Mi 16.09. · 06:31
Wissenschaft

Dienstag, 15. September 2026 · 20:14 Uhr

Rote Halbmonde am Nagel können auf systemische Erkrankungen hinweisen

Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, dass rote Lunulae an den Fingernägeln mit verschiedenen inneren Erkrankungen in Verbindung stehen können.

For­scher der Rut­gers New Jer­sey Me­di­cal School haben pu­bli­zier­te Fall­be­rich­te und Stu­di­en zu roten Lu­nu­lae zu­sam­men­ge­fasst – jenen sel­te­nen roten Ver­fär­bun­gen des nor­ma­le­r­wei­se wei­ßen Halb­monds am Na­gel­an­satz1. Die Li­te­ra­tur reicht bis ins Jahr 1954 zu­rück, als erst­mals ein Zu­sam­men­hang mit Herz­in­suf­fi­zi­enz be­schrie­ben wurde1. Seit­her wur­den rote Lu­nu­lae auch bei Le­ber­zir­rho­se, rheu­ma­to­i­der Ar­thri­tis, Lupus, Schup­pen­flech­te und kreis­run­dem Haar­aus­fall be­ob­ach­tet1.

Die Da­ten­ba­sis be­steht je­doch über­wie­gend aus Fall­be­rich­ten und klei­ne­ren kli­ni­schen Stu­di­en, was die Aus­sa­ge­kraft ein­schränkt1. So hat­ten in einer Un­ter­su­chung von 56 Lupus-Pa­ti­en­ten nur knapp 20 Pro­zent rote Lu­nu­lae1. Eine Fall-Kon­troll-Stu­die be­ton­te zudem, dass Na­gel­zei­chen ins­ge­samt eine sehr ge­rin­ge Sen­si­ti­vi­tät als dia­gno­s­ti­sches Merk­mal auf­wei­sen1.

Ent­schei­dend für die kli­ni­sche Ein­ord­nung ist das Mus­ter der Ver­fär­bung: Sind meh­re­re Nägel sym­me­trisch be­trof­fen, deu­tet das eher auf eine sys­te­mi­sche Ur­sa­che hin, wäh­rend eine Ver­än­de­rung an nur einem Nagel we­ni­ger aus­sa­ge­kräf­tig ist1. Die rote Lu­nu­la gilt damit als mög­li­cher Hin­weis, nicht aber als ver­läss­li­cher Krank­heits­test1.