Dienstag, 15. September 2026 · 20:14 Uhr
Rote Halbmonde am Nagel können auf systemische Erkrankungen hinweisen
Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, dass rote Lunulae an den Fingernägeln mit verschiedenen inneren Erkrankungen in Verbindung stehen können.
Forscher der Rutgers New Jersey Medical School haben publizierte Fallberichte und Studien zu roten Lunulae zusammengefasst – jenen seltenen roten Verfärbungen des normalerweise weißen Halbmonds am Nagelansatz1. Die Literatur reicht bis ins Jahr 1954 zurück, als erstmals ein Zusammenhang mit Herzinsuffizienz beschrieben wurde1. Seither wurden rote Lunulae auch bei Leberzirrhose, rheumatoider Arthritis, Lupus, Schuppenflechte und kreisrundem Haarausfall beobachtet1.
Die Datenbasis besteht jedoch überwiegend aus Fallberichten und kleineren klinischen Studien, was die Aussagekraft einschränkt1. So hatten in einer Untersuchung von 56 Lupus-Patienten nur knapp 20 Prozent rote Lunulae1. Eine Fall-Kontroll-Studie betonte zudem, dass Nagelzeichen insgesamt eine sehr geringe Sensitivität als diagnostisches Merkmal aufweisen1.
Entscheidend für die klinische Einordnung ist das Muster der Verfärbung: Sind mehrere Nägel symmetrisch betroffen, deutet das eher auf eine systemische Ursache hin, während eine Veränderung an nur einem Nagel weniger aussagekräftig ist1. Die rote Lunula gilt damit als möglicher Hinweis, nicht aber als verlässlicher Krankheitstest1.