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Wissenschaft

Dienstag, 15. September 2026 · 19:29 Uhr

Ultradünne Rutheniumdioxid-Schicht zeigt unter Gitterverspannung magnetisches Verhalten

Forscher haben in einer nur wenige Atomlagen dünnen Rutheniumdioxid-Schicht erstmals eine magnetische Ordnung nachgewiesen, die in massiven Kristallen fehlt.

Ru­the­ni­um­di­oxid galt in sei­ner mas­si­ven Form und in ent­spann­ten dün­nen Fil­men zu­letzt als nicht­ma­gne­tisch, ob­wohl es frü­her als Kan­di­dat für so­ge­nann­ten Al­ter­ma­gne­tis­mus ge­han­delt wurde1. For­scher der Rice Uni­ver­si­ty um Ming Yi haben nun eine rund 2,7 Na­no­me­ter dünne, epi­tak­tisch ver­spann­te Schicht des Ma­te­ri­a­ls un­ter­sucht und dabei eine Spin­tex­tur ge­fun­den, die eine ge­bro­che­ne Zeit­um­kehrsym­me­trie an­zeigt – ein Merk­mal ma­gne­ti­scher Ord­nung1.

Die Ver­span­nung ent­steht, weil die Ru­the­ni­um­di­oxid-Schicht auf einem Ti­tan­di­oxid-Puf­fer wächst, des­sen Git­ter­ab­stän­de leicht von denen des Ru­the­ni­um­di­oxids ab­wei­chen, so­dass sich die Atome an­pas­sen müs­sen1. Die Mes­sun­gen wur­den bei rund minus 258 Grad Cel­si­us mit spin­auf­ge­lös­ter, win­ke­lauf­ge­lös­ter Pho­to­e­mis­si­onss­pek­tro­sko­pie durch­ge­führt, die Ener­gie, Rich­tung und Spin der emit­tier­ten Elek­tro­nen er­fasst1.

Das be­ob­ach­te­te Spin­tex­tur-Mus­ter ist mit so­wohl al­ter­ma­gne­ti­scher Ord­nung als auch mit Fer­ro­ma­gne­tis­mus ver­ein­bar – die bis­he­ri­gen Mes­sun­gen er­lau­ben noch keine ein­deu­ti­ge Un­ter­schei­dung zwi­schen bei­den Er­klä­run­gen1. Die Stu­die legt nahe, dass struk­tu­rel­le Ver­span­nung ein ent­schei­den­der Pa­ra­me­ter ist, um in be­stimm­ten Ma­te­ri­a­li­en ma­gne­ti­sche Ei­gen­schaf­ten ge­zielt her­vor­zu­ru­fen1.