Stand: Do 17.09. · 06:31
Wissenschaft

Mittwoch, 16. September 2026 · 19:03 Uhr

Unbezahlte Angehörigenpflege dominiert Demenzkosten in Europa

Eine neue Studie zeigt, dass unbezahlte Pflege durch Angehörige fast 58 Prozent der jährlichen Demenzkosten in Europa ausmacht.

Eine Aus­wer­tung von For­schern der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen zeigt, dass De­menz in 30 ein­kom­mens­star­ken eu­ro­pä­i­schen Län­dern jähr­li­che ge­sell­schaft­li­che Kos­ten von rund 221,4 Mil­li­ar­den Euro ver­ur­sacht1. Fast 58 Pro­zent davon ent­fal­len auf un­be­zahl­te Pfle­ge durch An­ge­hö­ri­ge, Freun­de und an­de­re in­for­mel­le Be­treu­ungs­per­so­nen1. Di­rek­te me­di­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gungs­kos­ten ma­chen da­ge­gen nur gut 42 Pro­zent aus1.

Die Stu­die kom­bi­nier­te Daten aus 45 eu­ro­pä­i­schen Kos­ten­stu­di­en und rech­ne­te sie in kauf­kraft­be­rei­nig­te Euro des Jah­res 2019 um, um ver­gleich­ba­re Zah­len zu er­hal­ten1. Dem­nach leb­ten 2019 rund 8,8 Mil­li­o­nen Men­schen mit De­menz in den un­ter­such­ten Län­dern, mit durch­schnitt­li­chen Kos­ten von etwa 25.218 Euro pro be­trof­fe­ner Per­son1. Damit wird deut­lich, wie stark die wirt­schaft­li­che Last der Er­kran­kung au­ßer­halb of­fi­zi­el­ler Ge­sund­heits­bud­gets ent­steht1.

An­ge­sichts der al­tern­den eu­ro­pä­i­schen Be­völ­ke­rung er­war­ten die For­scher in den kom­men­den Jah­ren einen deut­li­chen An­stieg der Zahl von Men­schen mit Alz­hei­mer und an­de­ren De­menz­for­men1. Damit dürf­te auch der Druck auf in­for­mel­le Pfle­ge­per­so­nen wei­ter zu­neh­men, was po­li­ti­sche Un­ter­stüt­zungs­maß­nah­men umso dring­li­cher macht1.