Samstag, 19. September 2026 · 18:00 Uhr
Forscher beobachten Quantensprung von Schall in Echtzeit
Ein Team aus Stanford hat erstmals live verfolgt, wie ein einzelnes Schwingungsquant von einem angeregten Zustand in den Grundzustand springt.
Forscher der Stanford University um Amir Safavi-Naeini haben erstmals in Echtzeit beobachtet, wie ein Phonon, also ein Quant mechanischer Schwingung, von seinem ersten angeregten Zustand in den Grundzustand springt1. Möglich wurde dies durch einen besonders langlebigen nanomechanischen Resonator, der mit einem supraleitenden Qubit gekoppelt wurde1. Das Qubit fungiert dabei als empfindlicher Detektor, der wiederholte, zerstörungsfreie Messungen der Phononenzahl erlaubt1.
Während auf makroskopischer Ebene Schwingungsenergie scheinbar kontinuierlich abnimmt, geschieht dies im Quantenbereich in diskreten Sprüngen zwischen einzelnen Energiezuständen1. Solche Quantensprünge waren bei anderen Quantensystemen bereits direkt sichtbar gemacht worden, bei mechanischen Schwingungen gelang die zeitliche Verfolgung einzelner Phononen jedoch bisher nicht1. Der verwendete Resonator erreichte eine mechanische Lebensdauer von 2,1 Millisekunden, und jedes zusätzliche Phonon verschob die Qubit-Frequenz um 328 Kilohertz, was die klare Unterscheidung der Zustände ermöglichte1.
Die Forscher konnten einzelne Phononenzustände mit einer Präparationsgüte von 85 Prozent gezielt erzeugen1. Laut Safavi-Naeini zeigt die Studie, dass schwingende Objekte Quantenverhalten aufweisen können, was eine wichtige Voraussetzung für Anwendungen in Quantencomputing und Sensorik ist1.