Samstag, 19. September 2026 · 22:00 Uhr
Kritik an skurrilen Begründungen für Kennzeichen-Abfragen bei US-Polizei
Eine EFF-Untersuchung deckt auf, dass US-Polizisten Kennzeichenabfragen mit Einträgen wie 'LOL' oder Tastatur-Kauderwelsch rechtfertigten.
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat in den Protokollen automatischer Kennzeichen-Lesesysteme (ALPR) zahlreiche fragwürdige Begründungen für Datenbankabfragen durch US-Polizeibehörden gefunden1. Dazu zählen Einträge wie „LOL“, „LMAO“, „Sexy“, „idk“ oder wahllose Tastatureingaben wie „asdfga“1. In einem Fall durchsuchte ein Beamter der Goshen Police Department über 6.400 Netzwerke und mehr als 82.000 Kameras mit der einzigen Begründung „idk“1.
Weitere Beispiele stammen unter anderem aus Ohio, Indiana, Kalifornien, Massachusetts und Colorado, wo Beamte ähnlich unspezifische oder scherzhafte Angaben machten1. Einige der betroffenen Behörden erklärten auf Nachfrage, die jeweiligen Suchen seien trotz der merkwürdigen Formulierungen im Rahmen legitimer Ermittlungen erfolgt, andere führten die Einträge auf Frustration mit der Software zurück1.
Als Reaktion hat der Anbieter Flock das bisherige Freitextfeld für Suchbegründungen durch ein Dropdown-Menü mit vorgegebenen Kategorien ersetzt, was laut Unternehmen die Prüfprotokolle klarer machen soll1. Die EFF widerspricht dieser Einschätzung und warnt, dass generische Auswahloptionen es künftig sogar erschweren könnten, unangemessene Abfragen zu erkennen, da konkrete Erklärungen wegfallen1.