Sonntag, 20. September 2026 · 15:00 Uhr
Genanalysen stellen klassisches Bild der Völkerwanderung infrage
Erbgut-Daten zeigen, dass der Untergang Roms nicht allein durch germanische Invasionen erklärt werden kann.
Neue genetische Analysen stellen die traditionelle Erzählung infrage, wonach germanische Völker in großen Wanderungsbewegungen das Römische Reich überrannten1. Anhand hunderter Erbgut-Datensätze rekonstruierten Forscher die Bevölkerungsstruktur jenseits des römischen Limes und fanden ein komplexeres Bild als bisher angenommen1.
Statt einer massiven, plötzlichen Invasion deuten die Daten auf allmählichere Bevölkerungsbewegungen und Vermischungen hin, die sich über längere Zeiträume erstreckten1. Damit widerspricht die Studie dem populären Mythos einer abrupten „Völkerwanderung“, die den Zerfall Roms auslöste1.
Die Ergebnisse könnten das Verständnis vom Ende der Antike grundlegend verändern, da sie nahelegen, dass innere Faktoren des Römischen Reichs eine größere Rolle gespielt haben könnten als bisher angenommen1.