Stand: Mi 23.09. · 06:31
Wissenschaft

Dienstag, 22. September 2026 · 19:54 Uhr

Sondengänger findet größten hadrianischen Münzschatz Deutschlands

Bei Wesseling nahe Köln entdeckte ein Sondengänger 934 römische Silberdenare, die zur Regierungszeit Kaiser Hadrians vergraben wurden [1][2][3].

Auf einem Acker süd­lich von Köln bei Wes­se­ling hat ein Mann mit Me­tall­de­tek­tor einen der größ­ten rö­mi­schen Münz­schät­ze Deut­sch­lands ent­deckt123. Ins­ge­samt wur­den 934 Sil­ber­de­na­re mit einem Ge­samt­ge­wicht von 3,1 Ki­lo­gramm ge­bor­gen, deren jüngs­te Prä­gung aus den Jah­ren 124/125 nach Chris­tus stammt und den Fund in die Zeit Kai­ser Ha­dri­ans da­tiert1. Der Fin­der Oli­ver Riedl in­for­mier­te nach ers­ten Münz­fun­den um­ge­hend das zu­stän­di­ge Lan­des­amt, das die fach­ge­rech­te Ber­gung über­nahm1.

Die Mün­zen stam­men aus einem Zeit­raum von fast drei Jahr­hun­der­ten, die äl­tes­te Prä­gung reicht bis ins Jahr 148 vor Chris­tus zu­rück, wäh­rend der Groß­teil aus der fla­vi­schen Kai­ser­zeit zwi­schen 69 und 96 nach Chris­tus stammt1. Nach Ein­schät­zung des LVR wurde das Ver­mö­gen ver­mut­lich um 100 nach Chris­tus zu­sam­men­ge­tra­gen und erst spä­ter ver­gra­ben1. Welt­weit gilt der Fund als fünft­größ­ter be­kann­ter Münz­schatz die­ser Epo­che, in Deut­sch­land ist kein grö­ße­rer ha­dri­a­ni­scher Hort be­kannt1.

Fach­leu­te be­zeich­nen den Fund als sen­sa­ti­o­nell, da er so­wohl über wirt­schaft­li­che Ver­hält­nis­se als auch über Ver­mö­gens­bil­dung im zwei­ten Jahr­hun­dert Auf­schluss gibt3. Zum Ver­gleich ver­weist eine Ex­per­tin des LVR auf den Jahres­sold rö­mi­scher Le­gi­o­näre, wo­nach ein Sol­dat rund sechs Jahre hätte spa­ren müs­sen, um eine ver­gleich­ba­re Summe an­zu­häu­fen1.