Mittwoch, 23. September 2026 · 14:00 Uhr
Claude Opus 5.5 günstiger, aber mit Kompatibilitätsproblemen für Entwickler
Anthropic senkt die Preise für Opus 5.5, führt aber gleichzeitig mehrere Breaking Changes ein, die bestehende Agenten-Integrationen stören können.
Anthropic hat am Dienstag Claude Opus 5.5 veröffentlicht und dabei die Preise gegenüber dem Vorgänger Opus 5 gesenkt: Eingabe-Tokens kosten nun 4 statt 5 US-Dollar pro Million, Ausgabe-Tokens 20 statt 25 Dollar1. Laut ComputerBase liegt die Preissenkung sogar bei rund 40 Prozent, und in Benchmarks soll sich das Modell vor Fable 5.1 platzieren2. Kontextfenster und maximale Ausgabelänge bleiben mit 1 Million beziehungsweise 128.000 Tokens unverändert1.
Trotz der einfachen Preisänderung warnt Anthropic in einem Migrationsleitfaden vor vier Breaking Changes, die bestehende Anwendungen mit 400-Fehlern zum Absturz bringen können1. So lässt sich das Thinking-Feature bei Opus 5.5 nicht mehr deaktivieren oder mit festem Budget versehen, stattdessen steuert nur noch ein Effort-Parameter die Denktiefe, dessen Standardwert zudem von hoch auf mittel gesunken ist1. Auch erzwungene Tool-Aufrufe über tool_choice funktionieren nicht mehr und lösen Fehler aus, was viele Agenten-Workflows betrifft, die gezielt Datenbankabfragen oder externe Dienste erzwingen1.
Zusätzlich sind Thinking-Blöcke nun an das erzeugende Modell und die jeweilige Konversation gebunden, sodass nur Fable 5.1 und Mythos 5.1 diese Blöcke von Opus 5.5 weiterverarbeiten können1. Wird eine Konversation an ein anderes Modell weitergereicht, geht die bisherige Reasoning-Kette verloren1. ComputerBase ordnet die Veröffentlichung zudem politisch ein: Es ist das erste Top-Modell seit öffentlichen Forderungen von Anthropic-Chef Dario Amodei, das Tempo der KI-Entwicklung wegen der Risiken zu drosseln2 – ein Kontrast, den die Quelle nicht weiter auflöst.