Stand: Sa 26.09. · 06:31
Weltgeschehen

Freitag, 25. September 2026 · 23:38 Uhr

Trump und Xi treffen sich in Washington: Viel Pomp, wenig Substanz

Beim ersten Besuch eines chinesischen Präsidenten im Weißen Haus seit über zehn Jahren dominierten Symbolik und Zeremonie über konkrete Ergebnisse.

Nach mehr als einem Jahr­zehnt war mit Xi Jin­ping wie­der ein chi­ne­si­scher Staats­chef zu Gast im Wei­ßen Haus1. Trump emp­fing sei­nen Gast mit gro­ßem ze­re­mo­ni­el­len Auf­wand, in­klu­si­ve Hub­schrau­ber­vor­füh­rung und Bau­stel­len­be­sich­ti­gung, was Be­ob­ach­ter als Zur­schau­stel­lung von Trumps ei­ge­ner Macht deu­te­ten6. Kon­kre­te Er­geb­nis­se blie­ben je­doch rar, wäh­rend zen­tra­le Streit­punk­te wie Tai­wan und Iran weit­ge­hend aus­ge­klam­mert wur­den2. Trump bot Xi im­mer­hin eine zwei­mo­na­ti­ge Feu­er­pau­se im schwe­len­den Zoll­streit an5.

Kom­men­ta­to­ren sehen in dem Tref­fen vor allem ein Rin­gen um Sym­bo­lik statt um hand­fes­te Ver­ein­ba­run­gen26. Laut FAZ ließ sich Trump von Schmei­che­lei­en Xis und auch Pu­tins ein­lul­len, ob­wohl der ei­gent­li­che Sys­tem­kon­flikt zwi­schen den USA und China un­ge­löst bleibt4. Die Ana­ly­se be­tont, dass Xi die Kom­pli­men­te zwar lä­chelnd an­nahm, dies aber nichts an der grund­sätz­li­chen Ri­va­li­tät än­de­re – im Ge­gen­teil, der Kon­flikt werde nur an­ders ge­führt3.

Wäh­rend man­che Quel­len den chi­ne­si­schen Prä­si­den­ten als ei­gent­li­chen Ge­win­ner des Tref­fens dar­stel­len, weil er von der de­mon­s­tra­ti­ven Gast­freund­schaft mehr pro­fi­tiert habe als Trump selbst6, be­to­nen an­de­re die ins­ge­samt spek­ta­kel­haf­te, er­geb­nis­ar­me At­mo­sphä­re bei­der Tage25. Damit bleibt un­klar, ob das Tref­fen tat­säch­lich zu einer Ent­span­nung führt oder le­dig­lich einen kurz­fris­ti­gen Auf­schub mar­kiert.