Sonntag, 27. September 2026 · 17:27 Uhr
Astronomen beobachten Zusammenstoß zweier Plasmaknoten im Galaxienjet
Eine Langzeitbeobachtung der Radiogalaxie 3C 111 zeigt erstmals detailliert, wie ein schneller Plasmaknoten einen langsameren einholt und aufhellt.
Ein Forscherteam um Kenzo Kawamura hat den Jet der Radiogalaxie 3C 111 zwischen 2020 und 2023 mit hochauflösender Radiointerferometrie beobachtet und dabei zwei Plasmaknoten namens K2 und K4 verfolgt1. K2 wurde später ausgestoßen, bewegte sich aber deutlich schneller und näherte sich dem vorauslaufenden Knoten K4 zunehmend an1. Die Wechselwirkung begann den Daten zufolge um April 2022, bis die beiden Strukturen im Juli 2022 optisch ineinander übergingen und dabei deutlich heller sowie stärker polarisiert wurden1.
Solche internen Schocks, bei denen schnelleres Plasma auf langsameres Material im Jet trifft, werden von theoretischen Modellen seit Langem vorhergesagt, ließen sich bisher aber kaum direkt beobachten1. Die neuen Daten gelten als einer der aufgelöstesten Nachweise eines solchen Schocks, der sich rund zehn Parsec vom zentralen Schwarzen Loch entfernt ereignete1.
Die Ergebnisse liegen bislang als Preprint vor, sind aber bereits zur Veröffentlichung angenommen1. Sie könnten helfen zu verstehen, wie Teilchen in relativistischen Jets Energie gewinnen und die charakteristische Strahlung aktiver Galaxienkerne entsteht1.