Sonntag, 27. September 2026 · 15:00 Uhr
Mercedes droht mit Werksschließungen in Deutschland
Mercedes-Benz könnte wegen sinkender Wettbewerbsfähigkeit zwei deutsche Werke schließen, was auf heftigen Widerstand der Gewerkschaft IG Metall stößt.
Mercedes-Benz-Produktionschef Michael Schiebe hat Mitarbeitern am Standort Sindelfingen mitgeteilt, dass der Konzern grundsätzlich alle deutschen Standorte erhalten wolle, dies aber nicht garantieren könne1. Sollte dies nicht gelingen, müsse ein deutsches Montagewerk sowie ein Antriebswerk geschlossen werden1. Konkrete Standorte nannte er nicht, obwohl Mercedes derzeit sieben Antriebswerke und drei Montagewerke in Deutschland betreibt1.
Die Gewerkschaft IG Metall reagierte scharf auf die Ankündigung und sprach von einer Drohkulisse, die keine Zukunftsperspektive biete1. Sie kündigte entschiedenen Widerstand an, sollte das Management versuchen, mit dem Ultimatum aus Zugeständnissen oder Werksschließungen Druck auf die Belegschaft auszuüben1.
Hintergrund der Zuspitzung sind laut Mercedes notwendige Kostensenkungen und eine gestiegene Konkurrenz durch chinesische Hersteller wie BYD, Geely, GAC und Changan, die europäische Fahrzeuge preislich deutlich unterbieten1. Zusätzlich belasten US-Zölle den Konzern erheblich: Allein 2025 kosteten sie Mercedes mehr als 1,1 Milliarden Dollar1. Damit ähnelt die Lage der Situation bei Volkswagen, das laut Berichten zwischen 2031 und 2034 sogar vier deutsche Werke schließen könnte1.