Stand: Mi 30.09. · 06:31
Wissenschaft

Dienstag, 29. September 2026 · 19:17 Uhr

Simulation zeigt Zerfall extrem haariger Schwarzer Löcher

Neue Simulationen legen nahe, dass Schwarze Löcher mit starkem Bosonenhaar instabil sind und sich von ihrem umgebenden Feld lösen können.

For­scher der Uni­ver­si­da­de de Avei­ro haben mit nu­me­ri­scher Re­la­ti­vi­täts­the­o­rie un­ter­sucht, was mit Schwa­r­zen Lö­chern ge­schieht, die von einem be­son­ders stark aus­ge­präg­ten bo­so­ni­schen Feld um­ge­ben sind, dem so­ge­nann­ten Bo­so­nen­haar1. In ihren Mo­del­len sitzt ein klei­ner Ho­ri­zont zu­nächst im Zen­trum eines viel mas­se­rei­che­ren, ring­för­mi­gen Bo­so­nens­terns1. Die Si­mu­la­ti­o­nen zei­gen, dass diese zen­tra­le Lage in­sta­bil ist: Der Ho­ri­zont be­wegt sich auf einer spi­ra­l­för­mi­gen Bahn nach außen und trifft schließ­lich auf Be­rei­che hoher Feld­dich­te1.

Dabei zer­stört das Schwa­r­ze Loch die ring­för­mi­ge Struk­tur und nimmt einen Groß­teil der ska­la­ren Ma­te­rie auf, so­dass der An­teil der Fel­d­ener­gie in der Si­mu­la­ti­on von rund 88 auf 5,5 Pro­zent sinkt1. In einem der bei­den un­ter­such­ten Fälle bleibt am Ende ein ei­gen­stän­di­ger Bo­so­nens­tern zu­rück, wäh­rend sich das Schwa­r­ze Loch vom Feld löst1.

Die Er­geb­nis­se spre­chen gegen die Sta­bi­li­tät sol­cher ex­trem haa­ri­gen Kon­fi­gu­ra­ti­o­nen, die the­o­re­tisch durch Super­ra­di­anz ent­ste­hen kön­nen, wenn ein ro­tie­ren­des Schwa­r­zes Loch Ener­gie an ein Ska­la­r­feld über­trägt1. Al­ler­dings be­to­nen die For­scher, dass die Si­mu­la­ti­o­nen nur zwei kon­kre­te the­o­re­ti­sche Mo­del­le ab­de­cken und noch kei­nen all­ge­mein­gül­ti­gen Zer­falls­me­cha­nis­mus be­le­gen1.