Dienstag, 29. September 2026 · 19:17 Uhr
Simulation zeigt Zerfall extrem haariger Schwarzer Löcher
Neue Simulationen legen nahe, dass Schwarze Löcher mit starkem Bosonenhaar instabil sind und sich von ihrem umgebenden Feld lösen können.
Forscher der Universidade de Aveiro haben mit numerischer Relativitätstheorie untersucht, was mit Schwarzen Löchern geschieht, die von einem besonders stark ausgeprägten bosonischen Feld umgeben sind, dem sogenannten Bosonenhaar1. In ihren Modellen sitzt ein kleiner Horizont zunächst im Zentrum eines viel massereicheren, ringförmigen Bosonensterns1. Die Simulationen zeigen, dass diese zentrale Lage instabil ist: Der Horizont bewegt sich auf einer spiralförmigen Bahn nach außen und trifft schließlich auf Bereiche hoher Felddichte1.
Dabei zerstört das Schwarze Loch die ringförmige Struktur und nimmt einen Großteil der skalaren Materie auf, sodass der Anteil der Feldenergie in der Simulation von rund 88 auf 5,5 Prozent sinkt1. In einem der beiden untersuchten Fälle bleibt am Ende ein eigenständiger Bosonenstern zurück, während sich das Schwarze Loch vom Feld löst1.
Die Ergebnisse sprechen gegen die Stabilität solcher extrem haarigen Konfigurationen, die theoretisch durch Superradianz entstehen können, wenn ein rotierendes Schwarzes Loch Energie an ein Skalarfeld überträgt1. Allerdings betonen die Forscher, dass die Simulationen nur zwei konkrete theoretische Modelle abdecken und noch keinen allgemeingültigen Zerfallsmechanismus belegen1.