Dienstag, 29. September 2026 · 17:41 Uhr
Webb-Teleskop enthüllt Hunderte verborgene Galaxien im frühen Kosmos
Das James-Webb-Teleskop hat hinter einem Galaxienhaufen extrem vergrößerte, bislang unsichtbare Galaxienstrukturen aus der Frühzeit des Universums entdeckt.
Forscher des Indian Institute of Science haben mit dem James-Webb-Weltraumteleskop hinter dem Galaxienhaufen MACS J0454.1-0300 zwei seltene Gravitationslinsen-Konfigurationen sichtbar gemacht1. Diese sogenannten Schwalbenschwanz-Kaustiken vervierfachen die Abbildung bestimmter Bereiche von Hintergrundgalaxien und vergrößern einzelne Lichtknoten um mehr als das 300-fache1. Dadurch lassen sich Strukturen kleiner als ein Parsec analysieren, ein bislang extrem seltener Blick in Galaxien der ersten Milliarden Jahre des Universums1.
Im Vergleich zu einer Hubble-Aufnahme aus dem Jahr 2014 zeigt das neue Webb-Bild Hunderte zusätzliche Galaxien, weil das Teleskop empfindlicher für stark rotverschobenes Licht ist1. Grundlage der Auswertung sind fünf Beobachtungsepochen mit der Kamera NIRCam zwischen Januar und Februar 2025 sowie ältere Hubble- und Spektraldaten1. Nach Angaben des Forschungsteams ist es das erste Mal, dass zwei solcher Kaustik-Konfigurationen hinter demselben Galaxienhaufen nachgewiesen wurden1.
Eines der untersuchten Systeme stammt aus einer Zeit, als das Universum nach dem verwendeten Modell erst rund 2,18 Milliarden Jahre alt war1. Die Arbeit liegt bislang nur als Preprint vor und wurde noch nicht von Fachleuten begutachtet1.