Stand: Mi 30.09. · 06:31
Wissenschaft

Dienstag, 29. September 2026 · 17:41 Uhr

Webb-Teleskop enthüllt Hunderte verborgene Galaxien im frühen Kosmos

Das James-Webb-Teleskop hat hinter einem Galaxienhaufen extrem vergrößerte, bislang unsichtbare Galaxienstrukturen aus der Frühzeit des Universums entdeckt.

For­scher des In­di­an In­sti­tu­te of Sci­ence haben mit dem James-Webb-Welt­raum­te­le­skop hin­ter dem Ga­la­xien­hau­fen MACS J0454.1-0300 zwei sel­te­ne Gra­vi­ta­ti­ons­lin­sen-Kon­fi­gu­ra­ti­o­nen sicht­bar ge­macht1. Diese so­ge­nann­ten Schwal­ben­schwanz-Kaus­ti­ken ver­vier­fa­chen die Ab­bil­dung be­stimm­ter Be­rei­che von Hin­ter­grund­ga­la­xi­en und ver­grö­ßern ein­zel­ne Licht­kno­ten um mehr als das 300-fache1. Da­durch las­sen sich Struk­tu­ren klei­ner als ein Par­sec ana­ly­sie­ren, ein bis­lang ex­trem sel­te­ner Blick in Ga­la­xi­en der ers­ten Mil­li­ar­den Jahre des Uni­ver­sums1.

Im Ver­gleich zu einer Hub­ble-Auf­nah­me aus dem Jahr 2014 zeigt das neue Webb-Bild Hun­der­te zu­sätz­li­che Ga­la­xi­en, weil das Te­le­skop emp­find­li­cher für stark rot­ver­scho­be­nes Licht ist1. Grund­la­ge der Aus­wer­tung sind fünf Be­ob­ach­tungs­epo­chen mit der Ka­me­ra NIR­Cam zwi­schen Ja­nu­ar und Fe­bru­ar 2025 sowie äl­te­re Hub­ble- und Spek­t­ral­da­ten1. Nach An­ga­ben des For­schungs­teams ist es das erste Mal, dass zwei sol­cher Kaus­tik-Kon­fi­gu­ra­ti­o­nen hin­ter dem­sel­ben Ga­la­xien­hau­fen nach­ge­wie­sen wur­den1.

Eines der un­ter­such­ten Sys­te­me stammt aus einer Zeit, als das Uni­ver­sum nach dem ver­wen­de­ten Mo­dell erst rund 2,18 Mil­li­ar­den Jahre alt war1. Die Ar­beit liegt bis­lang nur als Pre­print vor und wurde noch nicht von Fach­leu­ten be­gut­ach­tet1.