Donnerstag, 1. Oktober 2026 · 20:40 Uhr
Manchester-City-Skandal zieht politische und juristische Kreise
Nach dem Schuldspruch gegen Manchester City wegen Finanzverstößen wachsen politische Spannungen und juristische Risiken.
Eine unabhängige Kommission der Premier League hat Manchester City schwerer finanzieller Manipulationen und sogenannter „Sham Contracts“ im Umfang von rund 900 Millionen Pfund für schuldig befunden23. Der Hauptsponsor des Klubs erwägt laut Medienberichten rechtliche Schritte, um nicht selbst mit dem Fehlverhalten in Verbindung gebracht zu werden5. Gleichzeitig wird diskutiert, ob dem Klub ein Zwangsabstieg droht, wie es vor 20 Jahren bereits bei Juventus Turin der Fall war6.
Die politische Dimension des Falls verschärft sich: Der britische Labour-Politiker Andy Burnham hat mit kritischen Aussagen zu City neue Spannungen zwischen Regierung und Premier League ausgelöst, da Regierungsvertreter nicht rechtzeitig über das Urteil informiert worden seien2. Zudem fordert der Vorsitzende des Finanzausschusses, dass auch die Steuerbehörde HMRC in den Fall eingebunden wird2. Beobachter werten die Entscheidung als seltenes Beispiel dafür, dass auch sehr wohlhabende Klubbesitzer zur Rechenschaft gezogen werden können3.
Der ehemalige Football-Leaks-Gründer Rui Pinto, dessen Enthüllungen die Ermittlungen gegen City überhaupt erst ausgelöst hatten, sieht sich nach eigenen Angaben zunehmend isoliert und von den portugiesischen Behörden allein gelassen1. Fans des Klubs wiederum richten ihren Unmut zunehmend gegen die Klubbesitzer aus Abu Dhabi, denen strukturelles Fehlverhalten vorgeworfen wird4.