Freitag, 2. Oktober 2026 · 18:14 Uhr
KI-Rechenzentren: Ausbau hinkt Plänen hinterher, übertrifft aber Chipproduktion
Eine Analyse zeigt, dass der US-Ausbau von KI-Rechenzentren gleichzeitig zu langsam für die Pläne und zu schnell für die Chip-Verpackungskapazitäten verläuft.
Eine Analyse der Investmentbank Jefferies kommt zu einem paradox wirkenden Ergebnis: Der Bau von KI-Rechenzentren in den USA beschleunigt sich zwar, bleibt aber deutlich hinter vielen angekündigten Projekten zurück12. Gleichzeitig wächst die Produktion fertig verpackter KI-Beschleuniger nicht schnell genug, um alle neuen Anlagen auszulasten12.
Grundlage der Untersuchung sind unter anderem Satellitendaten von SynMax, die den tatsächlichen Baufortschritt anhand von Flächenfreimachung, Gebäudestrukturen und Bauabschluss erfassen – unabhängig von bloßen Investitionsankündigungen1. Demnach soll der jährliche Zubau von rund elf Gigawatt im Jahr 2025 auf 16 bis 18 Gigawatt im Jahr 2026 steigen, während für 2027 praktisch eine Obergrenze im niedrigen 20-Gigawatt-Bereich erwartet wird1. Einige Projektpipelines und Bedarfsmodelle für 2028 implizieren dagegen mehr als 80 Gigawatt, was die Kluft zwischen Planung und Realität verdeutlicht1.
Als zweiter Engpass gilt das sogenannte Advanced Packaging, bei dem Recheneinheiten, Speicher und Verbindungen zu fertigen Chips zusammengefügt werden12. Diese Kapazitäten könnten nicht ausreichen, um alle neu entstehenden Rechenzentren mit genügend Hardware zu versorgen12. Damit entstehen zwei gegenläufige Engpässe, deren jeweiliges Gewicht sich laut der Analyse von Jahr zu Jahr verschieben kann1.