Montag, 5. Oktober 2026 · 21:00 Uhr
Großbritannien erwägt Zölle auf chinesische Elektroautos
Unter Druck aus Brüssel prüft London Sonderzölle auf chinesische E-Autos, deren Marktanteil zuletzt stark gestiegen ist.
Die britische Regierung arbeitet offenbar an einem Zollpaket für Elektroautos aus China, nachdem die EU entsprechenden Druck ausgeübt hat23. Hintergrund ist die Sorge, dass subventionierte chinesische Fahrzeuge über Großbritannien auf den EU-Markt gelangen könnten2. Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds soll bereits mit der Ausarbeitung eines Zollpakets begonnen haben, das vor einem Gipfeltreffen zwischen Großbritannien und der EU im kommenden Monat vorgestellt werden soll1.
Anlass für die Diskussion ist der rasante Erfolg chinesischer Marken auf dem britischen Markt: Im September stammte fast ein Viertel aller Neuwagenverkäufe aus China, wobei der Jaecoo 7 mit 10.812 verkauften Einheiten sogar den Tesla Model 3 überholte1. Sollte Großbritannien keine Zölle einführen, drohe laut Berichten ein Ausschluss aus dem „Made in Europe“-Programm, was britische Hersteller beim Verkauf in die EU verteuern würde13.
Bislang war London bei diesem Thema zurückhaltend, doch der wachsende Marktanteil chinesischer Hersteller scheint ein Umdenken ausgelöst zu haben1. In der EU gelten bereits Zölle von bis zu 45 Prozent auf chinesische E-Autos, weshalb viele Hersteller ihren Fokus zunehmend auf Plug-in-Hybride verlagert haben1. Es wird diskutiert, ob die EU künftig auch Hybridmodelle mit Zöllen belegen könnte1.