Montag, 5. Oktober 2026 · 16:01 Uhr
Permafrostböden tauen weltweit immer tiefer auf
Eine globale Auswertung zeigt, dass die sommerliche Auftauschicht des Permafrosts seit 2000 vielerorts deutlich dicker geworden ist.
Eine internationale Auswertung von Messdaten aus 156 Stationen zeigt, dass die saisonal auftauende Bodenschicht über dem Permafrost seit dem Jahr 2000 an vielen Orten weltweit deutlich zugenommen hat1. Betroffen sind nicht nur arktische Regionen, sondern auch Hochgebirge und Teile der Antarktis1. In der Nordhalbkugel verzeichneten rund zwei Drittel der untersuchten Standorte eine signifikante Verdickung dieser Schicht1.
Besonders stark zeigte sich der Effekt in europäischen und asiatischen Gebirgsregionen, wo an über 90 Prozent der Messstellen eine Zunahme festgestellt wurde1. Auch in der Antarktis wiesen immerhin 38 Prozent der Standorte eine entsprechende Veränderung auf1. Laut dem Forschungsteam um Dmitry Streletskiy von der George Washington University zeigt sich damit erstmals ein globales, kontinentübergreifendes Muster der Permafrostdegradation1.
Das Auftauen tieferer Bodenschichten ist deshalb bedeutsam, weil dort gespeicherter organischer Kohlenstoff durch Mikroorganismen zu Kohlendioxid und Methan abgebaut werden kann1. Dieser Prozess könnte die Erderwärmung zusätzlich verstärken und damit einen sich selbst verstärkenden Kreislauf in Gang setzen1.