Stand: Di 06.10. · 06:31
Wissenschaft

Dienstag, 6. Oktober 2026 · 06:30 Uhr

Nobelpreis für Medizin geht an Begründer der Optogenetik

Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhalten den Medizin-Nobelpreis 2026 für die Entwicklung der Optogenetik, mit der sich Nervenzellen per Licht steuern lassen.

Der No­bel­preis für Phy­sio­lo­gie oder Me­di­zin 2026 geht an Karl Deis­se­roth, Peter He­ge­mann und Georg Nagel, die ge­mein­sam die Grund­la­gen der Op­to­ge­ne­tik ent­wi­ckelt haben134. Mit die­ser Tech­nik las­sen sich ein­zel­ne Ner­ven­zel­len ge­zielt mit Licht an- und aus­schal­ten, was völ­lig neue Ein­bli­cke in die Funk­ti­ons­wei­se des Ge­hirns er­mög­licht16. Zwei der drei Preis­trä­ger stam­men aus Deut­sch­land, was die Aus­zeich­nung auch hier­zu­lan­de be­son­ders be­mer­kens­wert macht5.

Die Me­tho­de be­ruht auf licht­emp­find­li­chen Pro­te­i­nen, so­ge­nann­ten Ka­nal­r­ho­dop­si­nen, die He­ge­mann und Nagel zu­nächst in Algen ent­deck­ten, bevor Deis­se­roth sie für die An­wen­dung in Ner­ven­zel­len von Säu­ge­tie­ren wei­ter­ent­wi­ckel­te34. Da­durch ent­stand eine neue For­schungs­dis­zi­plin, die es er­laubt, die Ak­ti­vi­tät be­stimm­ter Zell­ty­pen im Ge­hirn prä­zi­se zu kon­trol­lie­ren und ihre Rolle bei Ver­hal­ten und Krank­hei­ten zu un­ter­su­chen56. Die Op­to­ge­ne­tik gilt mitt­ler­wei­le als eines der wich­tigs­ten Werk­zeu­ge der mo­der­nen Neu­ro­wis­sen­schaf­ten1.

Einen be­son­de­ren Ein­blick in den Mo­ment der Ver­kün­dung lie­fert ein In­ter­view mit Tho­mas Perl­mann, der im Auf­trag des No­bel­ko­mi­tees die Ge­win­ner an­ruft, bevor die Öf­fent­lich­keit in­for­miert wird2. Sol­che An­ru­fe ver­än­dern für die Be­trof­fe­nen oft schlag­ar­tig den All­tag, wie aus den Schil­de­run­gen her­vor­geht2.